Hallo Ihr Lieben!
Die liebe Astrid von Le Monde de Kitchi sucht diesen Monat etwas über unseren Schulanfang! OK, ich hatte Fünf davon.
Zunächst einmal so wie jeder bin ich 1969 in die Grundschule eingeschult worden, da ich im November 1962 geboren bin war ich schon gut 6 Jahre bei der Einschulung im August weil damals war es nicht möglich schon vor dem 6. Lebensjahr eingeschult zu werden. Meine Grundschule war die Hindenburgschule (ist inzwischen abgerissen) in Menden mitten in der Stadt und 20 min. Fussweg von uns entfernt. Damals wurde noch getrennt nach evangelisch und katholisch und da ich evangelisch bin kam ich auf diese Schule obwohl die Westschule (katholisch) gleich 2 Minuten von uns daheim entfernt war. Wir hatten eine nette Lehrerin über die 4 Jahre, an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere, Frau Band. Damals musste ich als Linkshänder noch lernen mit der rechten Hand zu schreiben, deshalb habe ich wohl heute noch eine Sauklaue, manchmal kann ich es selber nicht lesen. An meine Schultüte kann ich mich nur schwach erinnern, ich glaube sie hatte ein Schneewittchen mit den Zwergen aufgedruckt und war einfach mit ein paar Süßigkeiten gefüllt, so viel Schnickschnack wie heute wurde damals nicht darum gemacht.

1973 bin ich dann auf die Hauptschule (Albert-Schweitzer-Schule im Lahrfeld) gewechselt, nicht weil ich dumm war aber Hauptschule hatte damals noch einen ganz anderen Stellenwert wie heute. Die ersten 3 Jahre war Herr Göbel unser Klassenlehrer, ein alter Kriegsveteran (es wurde immer gemunkelt er hätte noch eine Kugel im Kopf) der Sommer wie Winter Barfuss in Sandalen lief. Dann kam der dicke Lehrer Krämer, auch ein wenig speziell für die letzten 2 Jahre. Damals gingen unsere Klassenfahrten in der 8. Klasse nach Jever, Ostfriesland und in der 9. Klasse nach Langenseifen bei Wiesbaden. Eine Realschule in diesem Sinne gab es bei uns nicht und für das Walram-Gymnasium (reine Jungenschule) und das Lizeum (Mädchenschule von Nonnen geführt für Höhere Töchter) fehlten die "Mittel". Ja so war das damals. Wer auf eines dieser Schulen wollte musste auch aus einem dementsprechenden "Stall" kommen, den hatte ich als Arbeiterkind nicht und so wurde meinen Eltern nahegelegt, dass ich wohl auf der Hauptschule besser aufgehoben wäre. Heute nicht mehr auszudenken.
1978 bekam ich dann eine gute Beurteilung im Zeugnis mit dem ich auf die 2-jährige Berufsfachschule für Ernährung und Hauswirtschaft (heute Hönne-Berufskolleg) wechselte und somit meine mittlere Reife abschließen konnte. Es war lustig dort, eine fast reine Mädchenschule, 2 Jungs in der Klasse, eine alte Jungfer als Lehrerin, Fräulein Schürmann und auf das Fräulein legte sie gesteigerten Wert, die mit uns Mädels keine Klassenfahrt machen wollte, weil sie Angst hatte, wir würden über die Stränge schlagen. So fuhren wir ein Jahr für einen Tag nach Köln und im nächsten Jahr für einen Tag nach Düsseldorf. Ich glaube, selbst das hat ihr schlaflose Nächte bereitet. Dort lernten wir kochen, hauswirtschaften (Fächer wie Haus- und Wäschepflege, Hygiene, Ernährungslehre, Textilverarbeitung aber auch Englisch, Deutsch, Mathe, Sport etc.). Außer meiner Liebe zum Kochen, Backen und Handarbeiten ist nicht viel übrig geblieben, ich hasse bügeln und putzen, aber geschadet hat es nicht.
1980 bin ich dann, wieder zwecks guter Noten auf die Fachoberschule für Sozialpädagogik und Sozialarbeit gewechselt. Eigentlich hätte ich damals gerne eine Lehre zum Hotelkaufmann gemacht aber da gab es bei uns daheim keine große Auswahl, also weiter Schule.
Im ersten Jahr absolvierte ich ein 1-Jähriges Praktikum in einen Jugendcentrum in Iserlohn (15 km entfernt), 4 Tage Praktikum (von 14 bis 21 Uhr + hin und zurück eine 3/4 Stunde mit dem Bus, im November dann endlich den Führerschein und dann mit dem kleinen roten Käfer Baujahr 67 auf die Arbeit), 2 Tage (Freitag und Samstag 7 Stunden Unterricht). Ja nix mit 5 Tage-Woche.
.
Im zweiten Jahr war Vollzeitunterricht und der Abschluss mit der Fachhochschulreife. Auch hier hatte ich bezüglich Klassenfahrten mal wieder die A-Karte gezogen. Wir als angehende Sozialpädagogen (unser Lehrer war der Prototyp wie ein Sozialarbeiter auszusehen hat, Norwegerpulli, Birkenstockschlappen, lange Haare und eine gefühlt 2 Weltkriege mitgemachte Schultasche) fuhren 50 km entfernt in ein alternatives Wohnmodell auf einen vergammelten Bauernhof, keine Ahnung wie viele Pärchen (wer zu wem gehörte war auch nicht wirklich klar) mit ihren Kindern lebten (da wusste man auch nicht welche Kinder von wem) und wir diese noch bespaßen mussten, selber kochen und deren Bude putzen und blödsinnige Gruppenspiele machten (also alles unter dem Mäntelchen" rein pädagogisch). Die Parallelklassen fuhren für eine Woche nach London oder Paris, da kommt Freude auf als18/19-Jährige, ich kriege heute noch einen dicken Hals wenn ich daran denke, weil bezahlen mussten wir für das Ganze auch noch richtig heftig, eigentlich hätten wir Geld dafür kriegen müssen.

Fertig mit der Schule kam dann der Geburtenüberschuss. Ein Studienplatz war erstmal mit Wartezeit von einem Jahr verbunden (und da ich nicht ewig meinen Eltern auf der Tasche liegen wollte), ging ich nach Rottach-Egern ins Seehotel Überfahrt und habe dort 4 Monate als Zimmermädchen gejobbt. Hat Spaß gemacht aber war nicht das Ziel. Im Mai ging ich dann auf Saison nach Grömitz an die Ostsee um bis zum Studienbeginn im Oktober zu jobben als Serviererin. Hier lernte ich im ersten Jahr meinen Mann kennen (er war dort Oberkellner) und blieb mit ihm 3 Jahre dort in der Sommersaison und über Karneval in Köln im Gürzenich. Danach folgten 5 Jahre Insel Mainau in der Gastronomie, inzwischen waren wir berufsbedingt an den Bodensee gezogen, aus der Traum vom Studium, Saison in der Gastronomie war angesagt, aber war ja selbst so gewählt.
Erst viele Jahre später, 1991 im Januar habe ich mich für eine Ausbildung zur Bürokauffrau entschieden. Ich wollte raus aus der Gastronomie (mein Mann hatte schon ein Jahr vorher in ein geregeltes Berufsleben gewechselt und auch nomal was ganz Neues angefangen) und habe meine Chancen genutzt. Mit 29 Jahren nochmal 2 1/2 Jahre die Schulbank drücken war eine Herausforderung aber ich habe diese Zeit genossen. Ein Jahr Unterricht in der Kaufmännischen Privatschule Schindele in Konstanz, wurde vom Arbeitsamt gefördert da ich ja noch keine abgeschlossene Ausbildung hatte und jeder ein Recht auf Ausbildung hat.
Danach ein Jahr Praktikum bei der Fa. Dentsply wieder mit Schule gemischt (Montag bis Donnerstag im Betrieb und Freitag Schule) und nochmal 4 Monate Vollzeitschule. Ich habe meinen Abschluss mit einer 1 vor der Handwerkskammer abgeschlossen, weil mein Ziel war immer, wenn Du dass nicht schaffst musst du wieder in die Gastronomie zurück, weil was anderes kannst Du nicht und das wollte ich auf keinen Fall.

Nun bin ich seit 23 Jahren als Chefarztsekretärin im Klinikum Konstanz beschäftigt und ich habe keinen Tag bereut, nochmal diesen Schritt in eine neue Ausbildung gemacht zu haben.
Ich gehe immer noch jeden Tag gerne zur Arbeit, habe einen erträglichen Chef, inzwischen den zweiten in all den Jahren und liebe Kollegen was ich in den letzten Jahren in der Gastronomie nicht so unterschrieben hätte.

Nun komme ich zum Ende und Danke jedem, der bis hierhin durchgehalten hat.
Liebe Astrid, es hat Spaß gemacht sich wieder mal an diese alten Zeiten zu erinnern und lieben Dank für Dein tolles Thema. Leider habe ich keine Bilder aus den Schulzeiten, die alten von der Grund- und Hauptschule sind sicher noch bei meiner Mama und danach gab es noch keine Digitalkamera.
Liebe Grüße und egal wie alt man ist, macht das Beste aus Eurem Leben, ihr habt nur dies eine und macht nur was Euch gut tut.
Burgi
Nun komme ich zum Ende und Danke jedem, der bis hierhin durchgehalten hat.
Liebe Astrid, es hat Spaß gemacht sich wieder mal an diese alten Zeiten zu erinnern und lieben Dank für Dein tolles Thema. Leider habe ich keine Bilder aus den Schulzeiten, die alten von der Grund- und Hauptschule sind sicher noch bei meiner Mama und danach gab es noch keine Digitalkamera.
Liebe Grüße und egal wie alt man ist, macht das Beste aus Eurem Leben, ihr habt nur dies eine und macht nur was Euch gut tut.
Burgi